Kronensicherung

Der Begriff Kronensicherung findet in der Baumpflege Anwendung. Er beschreibt eine Maßnahme, zur Sicherung von Baumkronen oder von einzelnen Ästen nebst Stark-Ästen.
Die Sicherung bzw. Stabilisierung der Baumkronen wird durch gegenseitiges Verbinden von Ästen oder Kronenteilen durch ein Gurt-Schnallen-System oder einer Hohltausicherung erreicht.
Baumkronensicherungen sollen zum einen den zu sichernden Ast oder Stämmling vor Bruch bewahren und zum anderen bei Überbelastung herabstürzende Kronenteile auffangen, um Sach- oder gar Personenschäden zu vermeiden. Mehr Info Hohlseile Kronensicherung

Dabei wird zwischen einer Bruchsicherung (dynamisch und statisch) und Trage- / Haltesicherung unterschieden (Vgl. hierzu ZTV-Baumpflege (FLL), 2006, S.25ff.).

Die dynamische Kronensicherung (Bewegungsbegrenzung) soll schwingungsbedingte Überlastungen in der Krone verhindern, da sie durch die größere Dehnungsfähigkeit das Schwingen nicht unterbinden, sondern starke Ausschläge abbremsen und dadurch das Brechen verhindern soll. Somit ermöglichen dynamische Baumkronensicherungen dem Baum frei zu schwingen und dämpfen lediglich die Spitzenlasten, die z.B. durch starke Windböen entstehen können. In der Praxis werden in diesem Anwendungsfall Systeme eingesetzt die höhere Dehnungsfähigkeiten aufweisen und bereits durch die Materialauswahl dynamische Eigenschaften besitzen.

Die statische Sicherung (starre Fixierung) soll abbruchgefährdete Kronenteile (z.B. angerissene Zwiesel) ruhig stellen, etwa bei Verzweigungen die bereits deutliche Schädigungen aufweisen. Diese Art der Sicherung erfordert ein dehnungsarmes Seil, um den gefährdeten Ast möglichst ruhig zu stellen.

Trage- / Haltesicherungen verhindern, dass ein abbrechender Ast zu Boden stürzen kann und einen Sach- bzw. Personenschaden verursacht. Auch hier kommen dehnungsarme Seile zum Einsatz, um hohe Fangstöße beim Abbrechen zu verhindern. Anschlagpunkte und Materialien sind so auszuwählen dass der abbrechende Ast gehalten werden kann (Vgl. hierzu ZTV-Baumpflege (FLL), 2006, S.25.).

Kronensicherung

Beim Einsatz von Kronensicherungen werden grundsätzlich zwei Sicherungsvarianten am Markt angeboten. Zum einen mittels Hohlseilen die mit einem Spleiß verarbeitet werden und Gurtbändern die mittels Schnallen fixiert werden. Passend dazu sind Schutzmaterialien erhältlich die eine Reibung am Ast oder Stamm verhindern sollen.

Bemessung von Kronensicherungen

Die aktuelle ZTV gibt wertvolle Hinweise wie die Kronensicherungssysteme bemessen werden können. In der aktuellen Ausgabe finden sich zu den verschiedenen Varianten der Kronensicherung. Tabellen und Daten für die Einschätzung der Mindestbruchlast (siehe ZTV-Baumpflege (FLL), 2006, S. 69ff.). Eine Überarbeitung der ZTV findet derzeit statt. Bei Veröffentlichung neuer Daten sind die hier aufgelisteten zu verifizieren.

Die ZTV gibt weiterhin vor, dass Systeme zur Kronensicherung mindestens 8 Jahre funktionsfähig sein sollen (ZTV-Baumpflege (FLL), 2006, S. 15.). Um dies sicherzustellen sollten Daten über die Materialeigenschaften der Systeme, praxisnahe Tests alter Verbindungen und umfassende Bewitterungs- und Zugversuche der Hersteller vorliegen.

Ergänzend kann bei Produkten wie den Schlaufenbändern das GS Zeichen ein wertvoller Hinweis auf ausreichend dimensionierte Produkte sein. Darüber hinaus gibt die Plattform www.ausschreiben.de den mit der Planung beauftragten Stellen die Möglichkeit Leistungstexte für die Sicherung von Baumkronen einfach in Ihre Verzeichnisse zu überführen.